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Gelegentlich können die Testergebnisse uneinheitlich oder widersprüchlich erscheinen. Das kann darauf zurückzuführen sein, dass die Ergebnisse von dem abweichen, was basierend auf Ausbildung, Erfahrung und dem Verständnis parodontaler Erkrankungen zu erwarten wäre.

Die Progression oraler Erkrankungen ist gekennzeichnet durch aktive und inaktive Phasen. Insbesondere bei Parodontitis besteht ein hohes Rezidivrisiko, das stets von der allgemeinen systemischen Gesundheit des Patienten beeinflusst wird.

 

Beispiele:

  1. Parodontale Gesundheit und erhöhte aMMP-8-Werte:

Hier ist eine Aktivität auf zellulärer Ebene vorhanden, aber klinisch nicht sichtbar.

Wir wissen aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen, dass eine parodontale Erkrankung Monate bis Jahre braucht, bis sich klinische Symptome zeigen.

Der erhöhte aMMP-8-Wert gibt Hinweise auf eine präklinische Aktivität. Er zeigt uns frühzeitig einen progressiven Gewebe- bzw. Kollagenabbau an, noch bevor er durch klinische Untersuchungen erkannt wird. Studien zeigen, dass dies bei etwa 40 % der gesunden Patienten vorkommt. Daher können regelmäßiger stattfindende Prophylaxetermine häufiger angezeigt sein.

 

  1. Parodontale Erkrankung aber ein niedriger aMMP-8-Wert

Parodontitis ist eine multifaktorielle Erkrankung, die sowohl durch Mikroorganismen als auch durch die individuelle Immunabwehr des Patienten beeinflusst wird.

Ein erhöhtes Risiko für ein parodontales Rezidiv besteht insbesondere dann, wenn die Immunabwehr des Patienten geschwächt oder reduziert ist. Sie wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, darunter negativer Stress, Ernährung und systemische Erkrankungen. Dadurch verläuft die Progression der Parodontitis nicht linear, sondern unterliegt Schwankungen.

Nach einer parodontalen Behandlung setzt der Reparaturprozess des Gewebes ein, was die Bildung von Zahnfleischtaschen führen kann. Röntgenologisch kann ein Knochenabbau sichtbar werden. Liegt der aMMP-8-Werte niedrig, kann dies darauf hindeuten, dass die Progression der Parodontitis zurzeit in einer inaktiven Phase ist.

Auch direkt nach einer Parodontitistherapie kann der aMMP-8-Wert niedrig sein, da sich das Gewebe im Heilungs- bzw. Reparaturprozess befindet und sich die Symptome allmählich zurückbilden.

Diese Werte können zunächst irritierend erscheinen, da Zahnärzte im Gegensatz zu anderen Ärzten primär darauf trainiert sind, Schäden zu erkennen und zu behandeln. Biomarker-Analysen können jedoch dazu beitragen, präzisere Präventions- und Behandlungsstrategien zu entwickeln und frühzeitig einzugreifen, bevor klinische Symptome auftreten.

Obwohl ein niedriger aMMP-8-Wert auf eine geringe Entzündungsaktivität hindeutet, kann er auch bei gingivalen Blutungen vorkommen. Studien zeigen, dass das Bluten auf Sondieren nicht zwangsläufig mit einem erhöhten aMMP-8-Wert korreliert. Das Das Gewebe braucht Zeit, um die Entzündung des Sulkusepithels abklingen zu lassen. Entscheidend ist daher der tatsächliche Grad der Schädigung des parodontalen Gewebes.

 

Weitere Faktoren, die den aMMP-8-Spiegel möglicherweise beeinflussen können:

  • Antibiotika
  • Entzündungshemmende Medikamente (z.B. Steroide)
  • Bisphosphonate
  • Chlorhexidin