Orale Erkrankungen sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Oft wird heutzutage die Zahnmedizin noch isoliert betrachtet. Gingivitis, Parodontitis und periimplantäre Erkrankungen sind aber nicht nur lokale Infektionen, die vorrangig durch Zähneputzen verhindert und durch klinische Diagnostik (Messen von Taschentiefen, Feststellen einer Blutung oder Röntgenbilder) in der Praxis erkannt und therapiert werden können.
Wir wissen heute aufgrund evidenzbasierter Studien, dass orale Erkrankungen multifaktorieller Natur sind. Nicht nur die klinische Situation ist ausschlaggebend für die Entstehung und das Voranschreiten einer Erkrankung. Der gesamte Körper und sein Immunsystem spielen eine tragende Rolle. Parodontale und periimplantäre Erkrankungen können entstehen, wenn es zu einem Ungleichgewicht zwischen der Immunantwort und der oralen bakteriellen Belastung kommt. Faktoren wie Stress, Rauchen, Alter und systemische Erkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis, Herz-Kreislauf- oder chronische Darmerkrankungen) beeinflussen die Immunreaktion und können sich auf einen oralen oder systemischen Krankheitsverlauf wechselseitig negativ auswirken. Die immunologische Reaktion verläuft episodisch. Gingivitis, Parodontitis und periimplantäre Erkrankungen sind daher durch Phasen der Ruhe und Aktivität gekennzeichnet (Sorsa et al., 2022).

Mithilfe prädiktiver Diagnostik kann ein präklinischer pathogener Kollagenabbau in Echtzeit erkennbar gemacht werden und Sie können einschreiten, bevor klinische Symptome entstehen. Denn je früher Sie diagnostizieren, desto schonender und einfacher können Sie die Therapie gestalten. Traditionell wird in der Zahnmedizin geschult, parodontale und periimplantäre Erkrankungen an klinischen Befunden, z.B. dem Bluten auf Sondieren oder Röntgenbildern zu beurteilen. Mithilfe dieser klassischen Methoden wird allerdings ausschließlich der aktuelle Schweregrad einer Erkrankung des Zahnhalteapparates bestimmt. Der Krankheitszustand ist bereits eingetreten. Mithilfe des PerioSafe® PRO DRS-Tests haben Sie jedoch die Möglichkeit in die Zukunft zu schauen. Wir können einen präklinischen Kollagenabbau in Echtzeit identifizieren, bevor er durch klinische Untersuchungen erkannt werden kann oder der Patient Symptome entwickelt. Die prädiktive Diagnostik ist der Schlüssel, Zusammenhänge frühzeitig zu erkennen, das Risiko irreversibler Zahnfleischerkrankungen zu verringern und damit den gesamten Körper zu schützen. Um ein umfassendes Bild von der Gesamtsituation des Patienten zu erhalten, sollte der Test fest einmal im Jahr ins Behandlungskonzept integriert werden. Hinweis: Der PerioSafe® PRO DRS-Test liefert keine Diagnose. Er stellt zusätzliche Informationen bereit, die den Patienten intrinsisch motivieren und das Verständnis der oral-systemischen Gesundheit fördern.